Was tun bei Übergriffen?

Party, Party, Party und tanzen bis in die frühen Morgenstunden – für Viele sicherlich der Höhepunkt des Wochenendes. Doch was tun, wenn man plötzlich als schwuler Mann, lesbische Frau oder homosexuelles Pärchen auf unangenehme und intolerante Zeitgenossen trifft? Leider sind Pöbeleien und teilweise körperliche Angriffe auf Homosexuelle auch in der Schweiz nichts Ungewöhnliches. Seit 2011 wurde nach Angaben der EU über ein Drittel aller LGBT (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transmenschen) schon einmal wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität angegriffen oder mit Gewalt bedroht.
Keine offizielle Stelle in der Schweiz erfasste bisher Gewalt an LGBT-Personen. Die Polizei wird einen solchen Vorfall wohl aufnehmen, solche Übergriffe werden allerdings nicht spezifisch als Angriffe auf Schwule oder Lesben verzeichnet und bleiben als solche unsichtbar für die Öffentlichkeit.

Der Schweizer Dachverband der Schwulen hat deshalb nun eine eigene Hilfe-Hotline eingerichtet und damit bereits über 100 Übergriffe auf Homosexuelle registriert. Die Beraterinnen der Hotline sind alle selber schwul, lesbisch, bi oder trans und kommen aus den unterschiedlichsten Kreisen, Altersstufen und Berufen. Sie haben selbst Erfahrungen mit dem LGBT-Lebensumfeld und den Reaktionen aus einem hetero-normativen Umfeld.
Schwule und Lesben, die Opfer eines Übergriffs oder diskriminierenden Vorfalls geworden sind, können einen solchen am schnellsten über die Webseite von Pink Cross melden. Pink Cross gibt auf seiner Webseite auch Ratschläge, was bei einem Vorfall konkret zu tun ist. Die Berater und Beraterinnen der Hotline haben für jeden ein offenes Ohr und können außerdem Adressen von Fachstellen für Gewaltopfer vermitteln.
In Zürich wurde außerdem eine Anlaufstelle mit schwul-lesbischen Polizeibeamten namens “PinkCop” eingerichtet, hier können schwule und lesbische Opfer von Gewalt eine höhere Sensibilität erwarten, da die Polizisten das LGBT-Lebensumfeld aus eigener Erfahrung kennen.
Das Thema ist sicher kein schönes, aber es sollte nicht vergessen werden, dass gerade im Nachtleben und unter dem Einfluss von Alkohol bei manchen Menschen die Hemmschwelle sinkt und es schnell zu aggressiven Verhalten kommen kann. Angebote wie das von Pink Cross sollen helfen, das schwule Nachtleben sicherer zu machen. Eine Aktion, die sehr zu begrüßen ist!